Angehende Kommunikationsdesigner aus Wuppertal und Essen besuchen die FSK

24.01.2012

Im hedonistisch grundierten Verständnis unserer Tage haftet dem Wort Kontrolle, Selbstkontrolle, gar freiwillige Selbstkontrolle etwas Unattraktives, Sinnenfeindliches, gar Zensurnahes an. Und FSK als neutralisierte Wortmarke klingt eher nach einem Maschinenhersteller oder einer Light-Version von KGB. Die ein- und zweistelligen Zahlen, die in einem ampelfarbenen Spektrum seit einiger Zeit auf allen Bildträgern prangen, tun das ihrige. Warnungen wie bei Genussmitteln oder Zeichen gegen böse Chemikalien. FSK, einer der vielen TÜVs, die zusehends nerven.

Angehende Kommunikationsdesigner bei der FSKEs gehen einem solche Gedanken durch den Kopf und dann ist man in Wiesbaden, wo die Vorsitzende der FSK-Prüfausschüsse, Birgit Goehlnich, den misstrauischen Kommunikationsdesign-Studenten aus Wuppertal und Essen, die eine Exkursion zur Murnau-Stiftung unternommen haben, die Arbeit der FSK nahe bringen möchte.

Das geschieht auf verblüffend einfache und nachdrückliche Weise: man wird kurzerhand zum Prüfer ernannt, bekommt einen Bewertungsbogen in die Hand und auf der Leinwand einige saftige Szenen aus Trailern zu aktuellen Filmen gezeigt. Bitte bewerten Sie, schätzen Sie ein; aber nicht als ein „gefällt mir / gefällt mir nicht“, sondern: ist das für 6- oder 12- oder 16-Jährige belastend. Also keine Geschmacksentscheidung, kein Abgleichen mit dem eigenen Wunsch-Menschenbild sondern: spricht etwas gegen oder für die eine oder andere Altersfreigabe.

Eine knappe Stunde steht oder besser: sitzt man auf der anderen Seite der Barrikade, macht das Spiel mit, erkennt die Funktion. Und wir sind im Bilde: FSK ist kein Zensor, kein Spaßverderber und auch kein Erziehungs-Ersatz. Eher ein mentaler Sanitäter, der medial erzeugten Beschädigungen vorbeugen will.

Kommilitonen des Studiengangs Kommunikationsdesign der Folkwang Universität der Künste und der Bergischen Universität Wuppertal
 


NWS