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FreigabebegründungenDie FSK-Kennzeichnungen erfolgen auf der Grundlage von §§ 12, 14 Jugendschutzgesetz. Sie sind gesetzlich verbindliche Kennzeichen, die von der FSK im Auftrag der Obersten Landesjugendbehörden vorgenommen werden. Die FSK-Kennzeichnungen sind keine pädagogischen Empfehlungen, sondern sollen sicherstellen, dass das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen einer bestimmten Altersgruppe nicht beeinträchtigt wird
Nach einer vollständigen Sichtung des Films besprechen die Mitglieder des Prüfausschusses den Film unter filmanalytischen Aspekten, wie Genre, Erzählstruktur, Themen, Figurenzeichnung, Spannungserzeugung, Bildgestaltung, Kulisse und Ausstattung, Kameraarbeit, Schnitt, Musik, Vertonung, Farb- und Lichtgestaltung. Anschließend geht es um die vermutete Gesamtwirkung des Films auf Kinder und Jugendliche. Folgende Beurteilungskriterien werden vom Prüfausschuss in den Blick genommen: Bedeutung einzelner Szenen in Relation zum gesamten Film, Fiktionalität oder Realitätsnähe, jugendschutzrelevante Inhalte wie Gewalt, Drogen, Sexualität, Rollenbilder, Verhältnis von spannungsreichen zu entlastenden Szenen sowie Identifikationsfiguren, Helden und die Aussage des Films. Für die Altersfreigabe eines Films spielen Wirkungsrisiken wie Beeinträchtigung aufgrund von ängstigung, übererregung, negative Vorbildverhalten oder Desorientierung die entscheidende Rolle. Um eine größtmögliche Transparenz im Jugendmedienschutz zu gewährleisten, veröffentlich die FSK seit Oktober 2010 zum Starttermin von Kinospielfilmen Begründungstexte zu den jeweiligen Altersfreigaben. Eltern, Kinder, Jugendliche und andere Interessierte können sich so direkt über die Hintergründe einer Freigabe informieren. Bitte beachten Sie, dass für Dokumentarfilme, DVD-, Blu-ray- und Video-Veröffentlichungen sowie für Filme mit den Kennzeichen "FSK ab 0 freigegeben/Freigegeben ohne Altersbeschränkung" und "FSK ab 18/Keine Jugendfreigabe" derzeit keine individuellen Begründungen veröffentlicht werden.
Kinostart am 23.05.2013 5 Jahre Leben, D 2012 Drama über das Schicksal des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der insgesamt fünf Jahre als Gefangener der USA unschuldig in Afghanistan und Guantanamo inhaftiert war. Der sehr ruhig und kammerspielartig inszenierte Film ist durch die beklemmenden Schilderungen des Häftlingsalltags mit all seinen Härten, Demütigungen und seelischen Grausamkeiten für Kinder ab 12 Jahren emotional durchaus fordernd. Von einer Überforderung ist jedoch nicht auszugehen, da die Inszenierung nicht auf reißerische Überwältigung abzielt, sondern hinreichend Raum für eine Beschäftigung und ein kritisches Nachdenken über die geschilderten Vorkommnisse lässt. Auch ist davon auszugehen, dass Zuschauer ab 12 Jahren durch die Medienberichterstattung ein gewisses Vorwissen über die Zustände in Guantanamo und ähnlichen Lagern haben und daher die Geschehnisse ausreichend einordnen können. Zudem bietet der Film in der Person eines jungen, Anteilnahme mit dem Häftling zeigenden Soldaten eine tragfähige Begleitfigur. FSK ab 12 freigegeben, feiertagsfrei |
 Das Märchen von der Prinzessin, die unbedingt in einem Märchen vorkommen wollte, D 2013 Nach Einschätzung des Prüfausschusses ist der Kinospielfilm unter Jugendschutzaspekten unbedenklich. Für Filme mit der Alterskennzeichnung FSK ab 0 freigegeben/Freigegeben ohne Altersbeschränkung wird keine individuelle Begründung erstellt. FSK ab 0 freigegeben/Freigegeben ohne Altersbeschränkung, feiertagsfrei |
 Fast & Furious 6 (tfdU), USA 2013 Der Actionfilm erzählt von der gemeinsamen Jagd eines FBI-Agenten und einer Bande berühmt-berüchtigter Autodiebe auf einen international agierenden Superschurken. Der Film besteht im Wesentlichen aus einer Aneinanderreihung von actionreichen Kampfszenen, Autorennen und Verfolgungsjagden. Dabei kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, wobei die Gewalt nur sehr vereinzelt im Detail ins Bild gerückt wird; eine Überforderung steht bei Kindern ab 12 Jahren nicht zu befürchten. Durch die comichafte Inszenierung und die deutlichen Überzeichnungen bleiben die Geschehnisse für ab 12-Jährige stets als vollkommen realitätsfern erkennbar. Insofern kann auch eine moralische Desorientierung durch die bis ins Groteske gezeichneten Helden mit krimineller Vergangenheit ausgeschlossen werden. FSK ab 12 freigegeben, feiertagsfrei |
 Freier Fall, D 2013 Drama über einen jungen Polizisten, dessen Liebesaffäre mit einem Kollegen sein geordnetes Leben mit Frau und Kind und seine berufliche Existenz in Frage stellt. Die zurückhaltende Inszenierung konzentriert sich ganz auf die Figuren, die sie jederzeit mit Verständnis und Empathie darstellt. Ihre Konflikte zwischen Freundschaft und Liebe, sexueller Identitätsfindung und Homophobie werden nachvollziehbar inszeniert. Einzelne Darstellungen von Sexualität, Gewalt und beiläufigem Drogenkonsum sind solide in den Kontext der Erzählung eingebettet. Da der Film Klischees vermeidet und letztlich zu individuellem Mut motiviert, können sich trotz seiner emotionalen Intensität bereits 12-Jährige ohne Überforderung mit seinem wichtigen Thema auseinandersetzen. FSK ab 12 freigegeben, feiertagsfrei |
 Jeder hat einen Plan, RA/E 2012 Das Krimidrama erzählt von einem Identitätstausch: Als Pedro eines Tages auf der Flucht vor der Polizei bei seinem Zwillingsbruder Augustin in Buenos Aires untertauchen will, bringt dieser ihn um, reist in seine ärmliche Heimatregion und gibt sich selbst als Pedro aus. Doch mit seiner Identität übernimmt er auch seine gefährlichen kriminellen Verstrickungen. Der Film ist über weite Strecken ruhig und gut nachvollziehbar erzählt, lässt jedoch zahlreiche Fragen offen und birgt mehrere unvermittelte, drastische Gewaltszenen, die gerade im Zusammenspiel mit der schwermütigen Grundstimmung jüngere Zuschauer überfordern können. 16-Jährige sind jedoch in der Lage, diese Aspekte in den Kontext der Handlung und der dargestellten Welt, die ihrer eigenen Lebenswirklichkeit sehr fern ist, einzuordnen und zu verarbeiten. Für sie bietet der Film genügend emotional entlastende Momente, weshalb keine Überforderung für diese Altersgruppe zu befürchten ist. FSK ab 16 freigegeben, feiertagsfrei |
 MUTTER & SOHN, RO 2013 Drama über eine wohlhabende Frau aus der rumänischen Oberschicht, deren Sohn versehentlich ein Kind überfährt. Fortan versucht die einflussreiche Mutter alles, um ihren Sohn vor der Justiz zu bewahren. Kinder ab 12 Jahren sind in der Lage, die komplexen ethischen Fragestellungen in ausreichender Weise zu verstehen und zu verarbeiten. Das unmoralische Handeln der Mutter kann von ab 12-Jährigen erkannt und reflektiert werden, weshalb eine desorientierende oder nachhaltig irritierende Wirkung nicht gegeben ist. Die bedrückende Atmosphäre in der Familie des getöteten Kindes stellt möglicherweise eine emotionale Herausforderung dar, eine Überforderung steht bei Zuschauern ab 12 Jahren jedoch nicht befürchten. FSK ab 12 freigegeben, feiertagsfrei |
 The Words, der Dieb der Worte, USA 2012 Drama über einen erfolglosen Schriftsteller, der ein zufällig gefundenes Manuskript als sein eigenes ausgibt, woraufhin er Erfolg und Ruhm genießt – jedoch mit ungeahnten langfristigen Folgen. Die Handlungsstruktur des Films ist verschachtelt und daher, wie auch durch seine anspruchsvollen moralischen Implikationen, für sehr junge Zuschauer nicht in allen Aspekten verständlich. Für Kinder im Grundschulalter mit einer gewissen Medienerfahrung birgt der Film jedoch keine Elemente, die sie intellektuell oder emotional in bedenklicher Weise überfordern könnten. Obwohl sich der Film eindeutig an ein älteres Publikum richtet, besteht für diese Altersgruppe nicht das Risiko einer Beeinträchtigung. FSK ab 6 freigegeben, feiertagsfrei |
Kinostart am 16.05.2013 Das Mädchen und der Tod (tfdU), D/NL/GUS 2012 Das Drama erzählt über Jahrzehnte hinweg in historischem Setting von einer unerfüllten Liebe. Hauptschauplatz ist ein geheimnisvolles Hotel unter der Führung eines Grafen, in dem der männliche Protagonist immer wieder Station macht, um seine Angebetete zu gewinnen. Die Geschichte wird überwiegend ruhig und auch für junge Zuschauer nachvollziehbar erzählt. Die Inszenierung ermöglicht immer wieder eine emotionale Distanzierung des Zuschauers. Sie birgt nur einzelne Elemente von Sexualität und Gewalt, die bereits für 12-Jährige im Kontext der Erzählung problemlos zu verarbeiten sind. Obwohl der Film sich eher an ein erwachsenes Publikum richtet und einige Aspekte des Films sich ab 12-Jährigen nicht erschließen werden, besteht für sie nicht die Gefahr einer Überforderung oder Desorientierung. FSK ab 12 freigegeben, feiertagsfrei |
 Der große Gatsby, USA/AUS 2012 Das Drama nach dem Roman von F. Scott Fitzgerald erzählt von der unglücklichen Liebe des neureichen, doch einsamen Gatsby zur Ehefrau eines Angehörigen des alten Geldadels in den 1920er Jahren in Long Island. Der Film erzählt seine Geschichte in opulenten Bildern und porträtiert seine Charaktere gut nachvollziehbar, weshalb sie auch für jüngere Zuschauer verständlich sind. Die Thematik des Strebens nach Glück, das im materiellen Reichtum nicht gefunden wird, erschließt sich so bereits 12-Jährigen. Während Kinder unter 12 Jahren von einzelnen bedrohlichen Szenen, etwa einem Unfall und Darstellungen tödlicher Gewalt, überfordert werden könnten, sind 12-Jährige in der Lage, diese Elemente in den Kontext der Erzählung einzuordnen. Da der Stoff insgesamt fern von ihrer Lebensrealität spielt und für sie als fiktional zu erkennen ist, können sie sich emotional ausreichend distanzieren, weshalb keine Überforderung zu befürchten ist. FSK ab 12 freigegeben, feiertagsfrei |
 Epic - Verborgenes Königreich, USA 2013 Fantasy-Animationsfilm nach einem Kinderbuch. Im Mittelpunkt steht ein Mädchen, das auf winzige Größe geschrumpft wird und einem Volk winziger Waldbewohner bei der Bewahrung von deren Lebensraum gegen zerstörerische Bösewichte beistehen muss. Kinder ab 6 Jahren können die klare Gut-Böse-Zeichnung der Dramaturgie und den märchenhaften Charakter der Geschichte leicht verstehen. Auch das relativ hohe Erzähltempo, die Abenteuerszenen und die leicht gruselige Darstellung der Bösewichte bewegen sich in einem Rahmen, der für Kinder ab 6 Jahren keine übermäßige Belastung darstellt. Für die Altersgruppe ab 6 gibt es zudem ausreichend ruhige und humorvolle Momente, die entlastend wirken und Gelegenheit zur Entspannung bieten. Insgesamt überwiegt eine freundliche, positive Grundstimmung, sodass eine Überforderung ausgeschlossen werden kann. FSK ab 6 freigegeben, feiertagsfrei |
 Evil Dead, USA 2012-2013 Nach Einschätzung des Prüfausschusses beinhaltet der Kinospielfilm eine beeinträchtigende Wirkung auf Jugendliche. Für Filme mit der Alterskennzeichnung FSK ab 18/Keine Jugendfreigabe wird keine individuelle Begründung erstellt. FSK ab 18 /Keine Jugendfreigabe, feiertagsfrei |
 Paradies: Hoffnung, A/D/F 2013 Drama über ein 13-jähriges Mädchen, das mit einigen weiteren übergewichtigen Jugendlichen in einer Diätklinik gedrillt wird und sich dort in den zuständigen Arzt verliebt. Ihre Versuche, ihn zu erobern, schildert der in semidokumentarischem Stil gehaltene Film auf ruhige und distanzierte Weise. Während jüngere Zuschauer die von beiden Seiten übergriffigen Interaktionen zwischen dem Mädchen und dem Arzt kaum als fiktive Handlung verstehen können, weshalb das erzieherische Versagen des Erwachsenen bei ihnen zu Irritationen führen kann, sind bereits 12-Jährige in der Lage, diese Aspekte in den Kontext einer Inszenierung einzuordnen und sich von ihnen emotional zu distanzieren. Andeutungen von sexuellem Missbrauch kann die genannte Altersgruppe ebenso kritisch bewerten wie die fast militärische Atmosphäre im Diätcamp. Sie können sich in die jugendlichen Protagonisten einfühlen, deren Verhalten aber zugleich hinterfragen, weshalb für sie keine desorientierende Wirkung zu befürchten ist. FSK ab 12 freigegeben, feiertagsfrei |
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