Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) blickt mit großer Sorge auf die laufenden Verhandlungen zum nächsten mehrjährigen EU-Haushalt (2028–2034). Nach den derzeit diskutierten Plänen soll das Budget für AgoraEU von 8,58 Mrd. € auf 6 Mrd. € sinken. Das wäre eine Kürzung um rund 30 % gegenüber dem Vorschlag der Europäischen Kommission, während der Gesamthaushalt nur um etwa 8 % sinken soll. AgoraEU würde damit einen überproportionalen Teil der Einsparungen tragen.
Unsere Forderungen an die Bundesregierung und die EU-Mitgliedstaaten
Gemeinsam mit weiteren europäischen Verbänden der Kino- und Audiovisionsbranche fordert die SPIO die Bundesregierung, die übrigen Mitgliedstaaten und die irische Ratspräsidentschaft auf:
- die vorgeschlagenen Kürzungen abzulehnen und mindestens den Haushaltsvorschlag der Kommission wiederherzustellen,
- ein starkes, ambitioniertes und angemessen finanziertes AgoraEU zu sichern, dessen erweiterte Ziele mit ausreichenden Mitteln hinterlegt sind,
- mindestens 3,5 Mrd. € für einen eigenständigen MEDIA-Strang für Film und Audiovisuelles innerhalb von AgoraEU zu gewährleisten.
Es geht um mehr als Zahlen
Das MEDIA-Programm ergänzt die nationale Filmförderung und hilft europäischen Filmen, ihr Publikum über Ländergrenzen hinweg zu finden. Für viele Produktionen ist es ein zentraler, mitunter der einzige Weg, außerhalb ihres Herkunftslandes sichtbar zu werden. Auch für die deutsche Filmwirtschaft ist das europäische Förderinstrumentarium wichtig: Es unterstützt Koproduktionen, den grenzüberschreitenden Vertrieb und die Verbreitung europäischer Werke im Kino.
Jede Mittelkürzung bedeutet weniger Koproduktionen, weniger Vertrieb über Grenzen hinweg und weniger europäische Filme, die Zuschauerinnen und Zuschauer jenseits ihrer Heimatmärkte erreichen. Die entstehende Lücke können nationale Förderinstitutionen nicht schließen.
Europa kann Kultur, Medien und Demokratie nicht zu strategischen Prioritäten erklären, ohne die Mittel für deren Umsetzung bereitzustellen.
Europas Ambitionen brauchen ein passendes Budget.
SPIO-Position AgoraEU 2026-10-15
Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) vertritt die Interessen der deutschen Filmwirtschaft in den Sparten Filmproduktion, Filmverleih, Filmtheater und Audiovisuelle Medien. Als Dachverband von 15 Berufsverbänden repräsentiert sie mehr als 1.400 Mitgliedsfirmen. Ziel der SPIO ist es, den deutschen Film in seiner Vielfalt, Qualität und internationalen Wahrnehmung zu stärken und seine Wettbewerbsfähigkeit als Wirtschafts- und Kulturgut zu sichern.